10 Tage Klettern in Portugal

Dieses Jahr haben wir unseren Kletterurlaub in Portugal geplant und haben uns für 10 Tage westlich von Lissabon in Colares einquartiert.

Angereist sind wir irgendwie alle separat, da wir doch aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands kommen oder schon vorher/nachher angereist sind. Wir haben uns für ein Haus über AirBnB entschieden und diese Entscheidung nicht bereut. Autos hatten wir uns gemietet. Da wir doch 7 Personen sind, waren 3 Autos sinnvoll. Kletterequipment ist doch recht sperrig und nicht jeder will jeden Tag das Gleiche machen.

Tag 1: Ankunft

Am ersten Tag sind wir alle angereist und spätestens um kurz nach Mitternacht (ok das wäre schon Tag 2) waren wir dann auch alle angekommen. Die erste Truppe war gleich einmal einkaufen und somit war der erste Kombi gleich rappelvoll.

Am Abend dann noch einen kurzen Ausflug an den Strand (5 Minuten mim Auto) um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Leider wurde es mim Sonnenuntergang nichts. Einfach zu bewölkt.

Tag 2: Penedo da Amizade

Am zweiten Tag haben wir uns zu unserem ersten Felsen aufgemacht. Wie so üblich war der Weg gar nicht so einfach zu finden und wir sind in die falsche Richtung los gelaufen (Ja die Hinweise wurden ignoriert..). Gott sei Dank war der Anstieg mit ca. 10 Minuten nicht wirklich wild und wir waren dann schnell vor Ort. Schönster, harter und kaum genutzter Granit. Die Routen entsprachen genau unseren Vorstellungen und waren weder zu schwer als auch nicht zu leicht. Somit war für jeden etwas dabei. Touristen haben oftmals direkt neben uns halt gemacht und ich will nicht wissen auf wie vielen Urlaubsfotos wir nun drauf sind. Kommentare wie „oh man, das könnte ich ja niemals“ in verschiedensten Sprachen waren nicht selten. Ein 80er Seil hatten wir dabei, somit waren auch die vielen langen Routen kein Problem.

Einen der lokalen Guides haben wir dort auch getroffen und uns gleich mal einige Tipps abgeholt. Man muss am Meer schon aufpassen, was die Haltbarkeit der Hacken angeht. Deshalb hat eine Gruppe Kletterer auch viele Titan Bolzen in die Wand geklebt. Diese korrodieren nicht so schnell und halten auch das Salzwasser aus.

Im Schatten unten an der Wand war es beim Sichern teilweise doch sehr kühl. Es weht ein beständiger Wind und einen Pulli oder eine Jacke kann ich um diese Jahreszeit nur empfehlen.

Tag 3: Cabo-da-Roca

Dieser Tag war leider von etwas Chaos geprägt. Eigentlich wollten wir in das Gebiet: Cabo-da-Roca . Anfahrtsbeschreibung in unserm Buch „PORTUGAL: Klettern und Bouldern am südwestlichen Ende Europas“ (Partnerlink) war sehr gut und auch der Parkplatz war schnell gefunden. Leider hat unser Glück dann auch schon aufgehört. Wir haben das Klettergebiet einfach nicht gefunden. Links und rechts den Felsen nach unten: nichts. Gerade aus war ich einmal direkt neben dem Gebiet aber hab es nicht gefunden. Nach mehrstündiger Suche haben wir dann abgebrochen und sind zum Farol da Guia weiter gefahren. Mehr hierzu weiter unten.

Im Nachhinein haben wir dann auch gelesen, dass es dort nur einige gebohrte Tops gibt und sonst keine Haken in der Wand. Naja vielleicht war es dann auch besser so. Das Gebiet wäre direkt am Wasser gewesen und darum bestimmt einen Besuch wert. Vielleicht kommen wir ja noch einmal wieder und dann finden wir es sicherlich.

Ein paar schöne Fotos sind dennoch entstanden:

Tag 4:

Waren wir nochmal Penedo da Amizade wie an Tag 2.

Tag 5 und 6: Pause am Strand und in Lissabon

Nach 3 fast kompletten Klettertagen mussten wir dann doch eine kleine Pause machen. Einen Tag davon haben die meisten am Strand verbracht, mit etwas Sonnenbrand und einer Surfstunde. Der weitere Tag musste dann auch ein bisschen Sightseeing weichen und somit sind wir nach Lissabon gefahren.

Tipp: Wenn dort ein Mensch am Parkplatz steht, welcher Geld haben will obwohl das parken nichts kostet: Zahlt ihm ein bisschen was. Wir haben das nicht gemacht und hatten nach unserer Rückkehr eine dicke Delle im Auto….

Tag 6: Azoia

Diesmal waren wir besser auf die Suche nach dem Gebiet vorbereitet. Hatten ein paar Tage vorher ein Pärchen aus Irland und Frankreich getroffen die schon ne Weile in Portugal unterwegs waren. Somit konnt mer direkt an den Felsen laufen. Das Klettergebiet liegt direkt auf einem ehemaligem(?) Privatgrundstück aber das Haus ist komplett zugemauert und auch die kleinen Hütten am Hang sehen schon sehr sehr runtergekommen aus.

Das Gebiet ist fantastisch. Man steht ca. 100 Meter über dem Meer. Es weht ein stetiger kühler wind und der Fels ist auch nicht den ganzen Tag direkt in der Sonne. Vor allem hier sind bis jetzt so wenige Menschen geklettert, dass der Fels noch richtig weiß ist und auch die Schuhe und Hände es dann werden. Kleiner Nachteil: Die Bohrungen sind leider nicht aus Titan. Nur die Tops. Ebenso: Es gibt hier sehr komische Fliegen die einen beißen oder stechen. Und natürlich haben wir unser Insektenspray nicht mit dabei gehabt.

Tag 7: Penedo da Amizade

again: Penedo da Amizade

Tag 8: Penedo da Amizade und Bouldern am Strand

An diesem Tag hat sich die Gruppe ein bisschen aufgeteilt. Einige sind zu Strand und die andere Hälfte nochmals nach Penedo da Amizade. Am Strand haben wir dann einfach mal ein bisschen gebouldert. Auch wenn das Fallen auf Sand nicht ganz so geil ist. Wirklich verletzt hat sich aber Gott sei Dank keiner.

Sind dann noch bis zum Sonnenuntergang geblieben und wurden an der Stelle auch belohnt. War zwar dann gegen Ende echt kalt und windig aber naja.

Zwischendrin mussten wir dann unseren Boulderspot räumen, da ein Fernsehteam einen Spot für einen russischen Telekommunikationsanbieter drehen wollte. Dieser Felsen ist wohl sehr beliebt. Auch eine Tatort Folge wurde da schon gedreht und abends waren dann noch einige andere Kamerateams vor Ort. Wäre interessant zu wissen, ob man dort überhaupt bouldern darf. Irgendwann wäre dann doch einiges an Chalk an den Felsen 😉

Tag 9:

Am vorletzten Tag sind mer dann noch eines der beliebtesten Klettergebiete der Gegen gefahren. Anfahrt und Parken is super einfach zu finden und auch der Anstieg ist kürzer als 5 Minuten. Beim Parken sollte man aufpassen, da dort viele kostenpflichtige Gebiete sind. Nen Strafzettel haben wir aber nie bekommen.

Da hier auch sehr viele Einheimische nach der Arbeit vorkommen und das Gebiet so günstig liegt, sind die meisten Routen schon sehr speckig. Dennoch sind diese noch gut begehbar. Die meisten Bolts sind durch Titan ersetzt aber auch hier gibt es Ausnahmen und die haben es in sich. Die Haken sind teilweise sehr stark verrostet und man sollte vom Benutzen absehen.

Wenn der Wellengang recht hoch ist, dann hat man auch mal Probleme seinen Sicherungspartner gescheit zu verstehen. Mittags sollte man hier jedoch nicht hinfahren. Liegt genau auf der Südseite und da brennt die Sonne schon gescheit drauf. Wir waren ab 16 Uhr dort und bis 21 Uhr kann man locker klettern.

Gesamtübersicht über das Gebiet:

Tag 10: Abreise

Am letzten Tag wollten wir dann noch auf die Burg in Sintra. Leider fiel das in Wasser, bzw. ins Feuer. Die Straßen im Nationalpark waren aufgrund von sehr hoher Waldbrandgefahr gesperrt. Und bis zum Bus sind mer erst gar nicht gekommen. Das dachten sich dann wohl auch alle anderen.

Somit haben wir den letzten Tag mit ein bisschen Entspannung in der Sonne ausklingen lassen.

Am Flughafen angekommen, Gepäck eingecheckt und ab in den Flieger. Und diesmal ohne Übergepäck, da mein Seil im Handgepäck mitgeflogen ist. Warn dann ziemlich spät in München und sind k.o. in unsere Betten gefallen.

Fazit: War ne sehr gute Entscheidung nach Portugal zu fahren. Die Jahreszeit ist gerade noch gut. Nicht zu heiß aber auch kein Regen. 10 Tage sind vielleicht sogar zu lang, aber das sehen wir nächstes Jahr. Bei Interesse an weiteren Infos: Schreibt mir ne Mail

Topos und genau Gebietsinfos folgen in den nächsten Wochen.